• Erste Schritte aus der Ess-Störung heraus:

    • Sich selbst eingestehen, krank zu sein. Dies ist vielleicht der schwerste Schritt. Männern fällt er oft noch schwerer als Frauen.
    • Einsehen, dass professionelle Hilfe nötig ist.
    • Eine Beratungsstelle aufsuchen.
    • Medizinische und therapeutische Hilfe akzeptieren.
    • Die Hilfsangebote von Freunden/Freundinnen/Verwandten annehmen.

    Das Essverhalten verändern:

    • Regelmäßig essen.
    • Ausgewogen essen.
    • Langsam und genussvoll essen und gut kauen.
    • Beim Essen nicht fernsehen oder lesen.
    • Zeit zum Essen nehmen.
    • Alle Sinne sollten auf den Genuss und die Nahrungsaufnahme gerichtet sein.
    • Streitgespräche bei Tisch vermeiden.

    Außerdem:

    • Entspannungstechniken zum Stressabbau lernen.
    • Auf die Körpersignale hören und angemessen „antworten“, zum Beispiel bei Durst trinken, bei Müdigkeit schlafen gehen.
    • Die Einstellung zum eigenen Aussehen, zum Gewicht und zur Figur ändern. Sich mit dem eigenen Körper anfreunden.
    • Kein Gewicht unterhalb des Normalgewichts anstreben.
    • Bei Übergewicht Steigerung einer genussvollen Alltagsbewegung zum Abnehmen einsetzen (auf langsame Gewichtsabnahme achten: max. ein Kilo pro Monat).
    • Keine Beschäftigung mit Essen außerhalb der Mahlzeiten.
    • Sozialen Anschluss suchen: Besonders Menschen die dazu neigen, unter Stress mehr zu essen, essen in Gemeinschaft weniger.

    Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

  • Empfehlungen für das Zusammenleben

    • "Mitbetroffen-Sein" und Schuldgefühle vermeiden. Keine Sätze wie z.B. "Wenn es Dir schlecht geht, geht es mir auch schlecht."
    • Mit der Erkrankung konfrontieren, dabei einfühlsam und hartnäckig bleiben, eventuell Brief schreiben.
    • Grenzen anerkennen, d.h. die Privatsphäre der betroffenen Person muss gewahrt bleiben, z.B. nicht heimlich E-mails oder Tagebücher lesen.
    • Grenzen setzen und konsequent einhalten: keine Atmosphäre der stillen Akzeptanz schaffen, z.B. "Diesen speziellen Joghurt kannst Du Dir selbst besorgen."
    • Eine gute Mischung finden und beibehalten zwischen Grenzen setzen, "Stopp", und gleichzeitig Verständnis zeigen. Hier gilt der Leitsatz "Ich liebe Dich, aber ich bin gegen Deine Ess-Störung."
    • Aggressionen, Ablehnung und Kontaktabbrüche versuchen auszuhalten.
    • Sich selbst informieren über Beratungsstellen / Behandlungsmöglichkeiten / Arzt und ggf. Hilfe bei der Terminvereinbarung anbieten.
    • Informationsmaterial besorgen (z.B. über Risiken / Konsequenzen / Folgeschäden) und Material für die betroffene Person liegenlassen oder an sie weitergeben (z.B. www.bzga.de).
    • Für eigene Unterstützung sorgen (Beratung, Therapie, Selbsthilfegruppe für Angehörige).
    • Für sich selbst sorgen, es darf Angehörigen trotzdem gut gehen!
    • Weiter arbeiten gehen, nicht längerfristig krankschreiben lassen, die eigene Struktur und Aufgabe halten.
    • Auch andere Familienangehörige einweihen, sich guten Freunden und Freundinnen öffnen.
    • Kein Tabu aus familiären Schwierigkeiten machen.
    • Miteinander - nicht übereinander sprechen und gesunde Anteile positiv zurückmelden.
    • Väter einbeziehen, keine Bündnisse und Spaltungen entstehen lassen. Das Elternpaar sollte versuchen, alle Schwierigkeiten gemeinsam zu tragen und zu bewältigen.

    Empfehlungen für den Umgang mit dem Essen

    • Themen rund um Essen / Körper / Gewicht vermeiden, insbesondere während der Mahlzeiten.
    • Thema Gewicht an einen Arzt delegieren, ggf. dort regelmäßiges Wiegen vereinbaren.
    • Nicht zum Essen oder zu gemeinsamen Mahlzeiten zwingen, evtl. gemeinsame Mahlzeiten vermeiden, dafür eine Teestunde vereinbaren.
    • Essverhalten nicht kontrollieren, keinen Druck auf das Essverhalten ausüben.
    • Ständigen Aufenthalt in der Küche verbieten.
    • Betroffene Menschen dürfen für sich selbst kochen und backen, aber nicht nur für Familienmitglieder, um dann selbst nichts zu essen.
    • Nicht auf Extrawünsche bezüglich Auswahl und Menge der Nahrungsmittel eingehen, keine Extraeinkäufe übernehmen, kein Extrakochen für die betroffene Person.
    • Auf Eigenverantwortung aufmerksam machen.
    • Extrafach im Kühlschrank einräumen.
    • Evtl. Orientierungsvorgaben an Lebensmittelmenge und Auswahl gemeinsam festlegen, sich professionelle Unterstützung suchen, ggf. Thema abgeben.
    • Keine Diätlebensmittel und Light-Produkte verwenden, es gibt keine "verbotenen" Lebensmittel.
    • 4-5 Mahlzeiten am Tag einplanen.

    Quelle: Dick und Dünn e.V. Berlin

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